Blut-Geschwister (Blood siblings)

Blutstropfen

„Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde“
1. Buch Mose (Genesis) Kapitel 4, Vers 10

„The voice of thy brother’s blood crieth unto me from the ground“
1. Book of Moses (Genesis), chapter 4, verse 10

 

Beschreibung:

Es handelt sich bei diesem Kunstwerk um ein Werk, welches nur durch die Teilnahme vieler Menschen entstehen kann. Das Kunstwerk entsteht nicht durch mich, die Künstlerin, sondern durch die Teilnehmenden. Ich liefere nur die Idee, das Konzept und den Durchführungsplan.

Es ist somit ein partizipatorisches Kunstwerk.

Der Begriff Partizipation [Participatio (lat.), aus pars (Teil) und capere (ergreifen, aneignen, fangen)] bezeichnet in der Kunst die Teilhabe, Beteiligung oder Mitgestaltung der Rezipienten an einer künstlerischen Arbeit. (Wikipedia)

Die Idee:

Es soll eine Verbindung hergestellt werden unter den Menschen, die frei von Religionszugehörigkeiten, Abstammung, Bildung, Geschlecht über Landes-und Staatsgrenzen hinweg ein Gefühl der „Verbrüderung“, „Schwesternschaft“ – eine BLUT-GESCHWISTERSCHAFT erzeugt.

Eine Blutsbrüderschaft ist im historischen Sinn eine rituelle Verbindung (Schwurbruderschaft) zweier nichtverwandter Männer, die durch die zeremonielle Vermischung von Blutstropfen zwischen diesen geschlossen wird.
Blutsbrüderschaften spielen sowohl in verschiedenen traditionellen Kulturen als auch in der modernen Zeit eine Rolle. Durch die Blutsbrüderschaft soll eine besondere Verbundenheit der Blutsbrüder erreicht werden, die sonst nur bei leiblichen Brüdern vorhanden ist. Der somit geschlossene Bund soll ihnen gegenseitig dieselben Rechte und Pflichten verschaffen, wie sie ein Brüderpaar verbinden. Damit kann der Bund, einmal geschlossen, nicht mehr aufgehoben werden. (Wikipedia)

Das Konzept:

Die Teilnehmenden (Rezipienten) an dieser künstlerischen Arbeit spenden dem Kunstwerk einen Blutstropfen. Dieser wird in einem besonderen Glasgefäß mit den Blutstropfen aller anderen Teilnehmer gemischt. Alle Teilnehmer sind dadurch als BLUT-GESCHWISTER miteinander verbunden.

Das Gefäß soll an einem würdigen Ort, wie ein kostbares Gut behandelt werden und auch öffentlich zugänglich sein. Damit der Zugang auch allen Teilnehmern und Interessierten offen steht, sollte es sich nicht um einen Kirchenraum handeln. Es sollen keine Hemmnisse durch die Religionszugehörigkeiten oder damit verbundenen sakralen Räumen entstehen. Denkbar wäre aber, dass das Gefäß an verschiedene Orte wandert.

Das Gefäß mit dem Blut soll in der Mitte des Raumes hängen und sanft schwingend in Bewegung gebracht werden, wenn neue Blutstropfen hinzugefügt werden. Über diesem Gefäß schwebt eine weiße Taube.

Unter dem Gefäß auf dem Boden sollen vier Tafeln aus Erde liegen. Sie stehen für die 4 Himmelsrichtungen. In die Tafeln hineingeschrieben steht der Satz: „Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.“ Es stammt aus dem 1. Buch Mose (Genesis) Kapitel 4, Vers 10. Es ist die Antwort Gottes auf die Tat des Kain, der seinen Bruder Abel erschlug. In der Mitte der Tafeln sitzt ein schwarzer Rabe.

Durchführungsplan:

An dem Zugang zum Gebäude oder Raum, in dem sich das Gefäß mit dem Blut befindet, kann man einen Blutstropfen spenden. Es soll aber eine ganz freiwillige Handlung sein. Menschen, die das Werk nur betrachten wollen ohne daran mitzuwirken sollen freien Zugang haben.

Die Spende des Blutstropfens ist so einfach, wie die Bestimmung des Blutzuckers. Mittels einer sterilen Lanzette wird in die Fingerkuppe oder das Ohrläppchen des Teilnehmers gestochen und ein Tröpfchen Blut in einem Glasröhrchen aufgefangen. Dieses Röhrchen gibt man in eine Pipette, welche ein Antikoagulans (EDTA), also einen gerinnungshemmenden Stoff  enthält. Sonst würde das Blut gerinnen.

Medizinisch geschultes Personal wird diesen Vorgang übernehmen.
Die auf diese Weise gespendeten Blutstropfen werden von Zeit zu Zeit dem Gefäß zugefügt und mit dem anderen Blut vermischt.

(Das Blut wird zu keinerlei Testzwecken missbraucht. Es wird nach der „Spende“ mit dem Blut der anderen Teilnehmer anonym vermischt und lässt daher keine Rückschlüsse auf den „Spender“ zu.)

Vision:

Ein Teilnehmer am Kunstwerk „BLUT-GESCHWISTER“ geht im Alltagstrott durch die Stadt. Es begegnet ihm ein Fremder. Die „Alltags-Schublade“ geht auf, es wird einsortiert der Gedanke: „Der ist mir fremd.“ Auf einmal, der Fremde ist schon längst vorüber schießt ihm ein Gedanke durch den Kopf: „Das könnte mein Blutsbruder sein!“

Ausblick:

Dies ist ein noch nicht verwirklichtes Konzept und ich bin auf der Suche nach Möglichkeiten zur Umsetzung.

Ich wünsche dieser Arbeit Aufmerksamkeit und rege Beteiligung.

Die Frage ist offen: Wird eine BLUT-GESCHWISTERSCHAFT vieler Menschen möglich werden?

 

Zusammenfassung in Kurzform


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Description:

This artwork can only be created with participation of many people. Not I, the artist, create this artwork, but the participants. I only provide the idea, the concept and the planning.
That makes it a participatory piece of art.
Participation (Participatio (lat)), derived from pars (part) and capere (arrest/capture, captivate, grasp) describes in the context of art the recipients` involvement and co-creation in an artistic project. (wikipedia.de).

The idea:

A connection shall be established between the people, free of religious affiliation, heritage, education, and gender, beyond national borders, that creates a feeling of fraternization and sorority of blood siblings.
Blood brother can refer to one of two things: a male related by future birth, or two or more men not related by birth who have sworn loyalty to each other. This is in modern times usually done in a ceremony, known as a blood oath, (…) the idea being that each person’s blood now flows in the other participant’s veins. (…) The process usually provides a participant with a heightened symbolic sense of attachment with another participant. (wikipedia.org)

The concept:

The recipients of this artistic work will donate a drop of blood. That drop will be mixed in a special glass jar with all the other recipients‘ blood drops. That connects all participants and makes them blood siblings.
The jar will be stored at a dignified, openly accessible location, and treated like a precious good. To make it accessible for all participant and interested people, that location shall not be a church room. No barriers should be established by religious affiliation and its sacred areas. It is imaginable, to let the jar travel to different locations.
The jar of blood should hang in the middle of a room, gently swinging when new blood is added. A white dove hovers above the jar.
Four plates of soil should lie on the ground below the jar, symbolizing the four cardinal directions. Written on the plates is the sentence: „The voice of thy brother’s blood crieth unto me from the ground.“ That originates from the 1st Book of Moses (Genesis), chapter 4, verse 10. That was God`s response to the sin of Cain, who slew his brother Abel. A black raven sits right in the middle of the plates.

Implementation plan:

People can donate a drop of blood at the doorway of the room or house, wherever the jar of blood has traveled. It should be a completely voluntary deed. People who only like to view the exhibition may have free entrance as well.
To donate the drop of blood is as easy as to determine the blood sugar content. A sterile lancet is used to pierce the fingertip or earlobe, and the drop of blood is collected in a small glass tube. Afterwards an anticoagulant (EDTA), that prevents the blood from clotting, is added in a pipet.
That procedure will be done by a trained medical professional.
The donated blood will be added to the jar and mixed with the other blood from time to time.
(The blood will not be misused for any other testing purposes. After the donation it is anonymously mixed with the blood of the other participants, and the donor cannot be retraced.)

Vision:

A participant of the artwork „Blood Siblings“ strolls through town in daily grind when a stranger approaches. The stranger is routinely categorized as stranger. All of a sudden, the stranger has already passed by, a thought comes to mind: „That could have been my blood brethren!“

Prospect:

This project is not implemented yet, and I am looking out for feasibility. I hope that work might draw attention and lively participation. The question remains, if a blood brotherhood of a large number of people is possible?

Blood Siblings quick fact